Wachstum

Woran merke ich, dass ich gewachsen bin? Kann ich das alleine feststellen oder brauch ich ander dafür? Was ist Wachstum? Suche ich innerliches Wachstum oder ist mir meine Insel lieber?

Ja es geht um innerliches Wachstum und den Mut dazu dieses auch zuzulassen, den Raum zu geben. Manchmal einfach nur darum mir zuzugestehen einen Gedanken zu denken und mich nicht gleich dabei schlecht zu fühlen. Später vielleicht die Möglichkeit zu erachten diesen auch auzusprechen.

Aber wie merke ich denn überhaupt, ob ich gewachsen bin oder mich im Kreis bewege? Als Kind gab es bei uns zu Hause am Türrahmen lauter Bleistiftstriche, die unser Längenwachstum markiert haben. Ich habe mich immer gefreut, wenn mein Strich ein bischen höher als das letzte Mal war. Und nun? Manchmal macht mir Wachstum Angst. Mich aus meiner Comfortzone heraus bewegen, ins Ungewisse. Raus aus der Sicherheit, auch wenn ich mit dieser immer wieder unzufrieden bin. Ja keinen zu großen Schritt, denn zurück geht dann irgendie auch nicht mehr richtig. Am Ende bin ich unzufrieden, wenn ich nicht weitergehe. Ist dieses kleine innere Gefühl der Rastlosigkeit, Unruhe, vielleicht der Kompass, der mich leitet.  Manchmal kommt ganz unerwartet von Außen eine Rückmeldung. Ich freu mich, merke dass etwas neu ist. Fühl mich gut.

Im nächsten Moment sind da wieder Zweifel, Unentschlossenheit, bohrende innere Fragen, Wut. Wie geht es weiter, wo ist mein Weg?

Gerade ist wieder einer dieser Momente. Da gibt es drei tolle Stellen, die gar nichts mit meinem Beruf zu tun haben. Erst bin ich begeistert, will mich unbedingt bewerben, dann schiebe ich die Bewerbung von einem zum nächsten Tag. Und jetzt? Sitze ich blockiert vor den Anzeigen. Finde tausend Gründe, warum ich eh keine Chance habe und jede noch so kleine Kleinigkeit, warum dass nicht die richtigen Stellen sind. Da ist Angst vor Wachstum, Ablehnung, Veränderung. Lieber mach ich mich selbst schlecht. Trau mir nichts zu. Nur nicht enttäuscht werden. Und gleichzeitig weiß ich, da ist eine Wachstumschance… Vielleicht sollte ich es doch einfach versuchen…egal wieviel in meinem Kopf dagegen spricht.

Urlaub

Irgendwas läuft falsch! Warum arbeite ich das ganze Jahr und fiebere dabei immer der freien Zeit, dem Urlaub und dem Wochenende entgegen? Warum kann sich meine Arbeit, mein Alltag nicht wie Urlaub anfühlen? Und was ist eigentlich Urlaub?

Für mich ist Urlaub vorallem freie Zeit. Ich bin gern unterwegs, sehe Neues, besuche Freunde, doch vorallem bin ich gern in der Natur und mit meinem Hund unterwegs. Im Urlaub merke ich was ich im Alltag vermisse und ich vermisse aber auch meine Freunde, wenn ich nicht gerade da bin. Und ich nehme mir vor meinen Alltag zu ändern. Mir mehr Zeit zu nehmen, für wirklich wichtige Sachen. Nicht mehr nur von einem anderen Leben zu Träumen. Ideen umzusetzen.

Und dann? Wenn Urlaub nicht mehr Flucht ist, was dann? Einfach nur noch um des unterwegs seins willen, unterwegs zu sein. Es genießen Neues zu sehen und keinen Streß bekommen, wenn ich an den Alltag denke.

Bis dahin? Bin ich gerade im Urlaubund lebe ich etwas meinen vielleicht neuen Alltag und blogge etwas darüber… fusswaerts.wordpress.com

Weihnachtsstille

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Kann Weihnachten wirklich still sein? Nachdem alle Geschenke besorgt, das Haus geputzt und alle Plätzchen gebacken sind, kann es dann wirklich still werden oder ist dann schon wieder der Weihnachtsbraten dran und müssen die Geschenke noch verpackt werden? Aber dann endlich, nehmen wir uns dann Zeit für die Ruhe und Stille?

Ich glaube nicht, ich weiß oft nicht wie still werden überhaupt funktionieren kann. Wenn ich alles „erledigt“ habe fängt mein Kopf an zu rattern und mir fallen noch viele Dinge ein, die unbedingt von mir noch erledigt werden müssen. Nur selten schaff ich es, Dinge einfach nicht zu tun. Die Zeit dann lieber zum Entspannen oder Schlafen zu haben. Doch je mehr ich mich darin übe, umso einfacher geht es. Das habe ich jetzt vor Weihnachten deutlich gemerkt.Dinge nicht zu tun, dafür durchatmen und etwas langsamer gehen. Mehr Zeit, weniger Stress. Das tat mir gut.

Und ich habe einen Ort den ich sonst nur in Hektik und mit vielen Menschen erlebe ganz anders erleben können. Der Berliner Hauptbahnhof. Am Abend des ersten Weihnachtstages war es da ganz ruhig und nur sehr wenig Menschen waren unterwegs. Die Geschäfte geschlossen und bei den Bäckern und Lebensmittelständen war Ruhe eingekehrt. Der große Weihnachtsbaum im Foyer strahlte in seiner ganzen Pracht. Ein paar schöne ruhige Augenblicke, bevor ich in den nächsten Zug stieg.

Wasser

Heute früh bin ich am Fluss spazieren gewesen.Das fließende Wasser fesseld meinen Blick und meine Aufmerksamkeit. Wieso? Ist es die Bewegung, die ganz ruhig und gleichmäßig ist, die mich anzieht? Ist es das Wasser an sich? 

Es fühlt sich meditativ an. Ich kann da sein, ohne zu merken, dass Zeit vergeht. Ich kann stehen bleiben und mich einfach mitnehmen lassen. Meine Gedanken, das Rasen im Kopf einfach abgeben und da sein. Ein schönes entspannendes Gefühl. Ich fühl mich wohl.

Wenn ich diese Bewegung wahrnehme, durchfährt mich ein Schreck. Meine Gedanken setzten sofort ein. Darf ich das? Ist das gut? Kann ich mir das erlauben?

JAAAAA. Icherlsube es mir! Ich darf das! Es tut mir gut abzuschalten, egal was mein innerer, erlernter Kritiker sagt. Ich möchte raus aus der inneren Enge und das ist ein Schritt dafür. Ich freu mich. Nehme es wahr und genieße es.

Stadtgewitter

Plötz Regen wie aus Gießkannen, Blitz und Donner. Die Menschen laufen, um aus dem Regen zu kommen. Wind weht und egal wie groß der Schirm ist, die Regentropfen schaffen es ins Innere.
Die Menschen, die sonst weit verteilt wie Ameisen um das Bushäuschen stehen, stehen nun dicht gedrängt. Und immer noch wird ein bischen mehr zusammen gerückt, wenn noch jemand ins Trockene möchte.
Ich steige in den Bus. Es ist warm im Innern und die Scheiben beschlagen. Wie im Nebel geht die Fahrt durch die Stadt. An jeder Haltestelle spritzen hohe Fontainen neben dem Bus auf. Auf den Plützen tanzen Lindenblüten ihren Tanz. Ich bin da, verlasse den Bus. Atme die frische Luft und freu mich über die ersten Sonnenstrahlen, die sich ihren Weg duch die Wolken bahnen. Sommer.

Lebensenergie

Was ist das? Wie sieht die aus? Und ann ich sie spühren oder wie eine Batterie aufladen?

Ich muss bei dem Gedanken daran schmunzeln. Ich denke an eine Begegnung mit der Freundin einer Tante. Wir machten einen Spaziergang zu einem „Energiebaum“, wie sie ihn nannte. Wir sollten uns darunter stellen und die Arme ausbreiten, die Energie aufnehmen. Ich als vielleicht zwölfjährige fand das spaßig, hab das ganze aber nicht so ernst genommen. Mein logischer Modus war im vollen Gange und dazu noch die Anfänge der Pupertät. Eine doch etwas ungünstige Mischung für so etwas und dazu noch von einer „alten“ Tante….

Zeitsprung. 2016. Ich bin mittlerweile eine ganze Ecke älter, die Pupertät habe ich überstanden und die nächsten Lebensfragen stehen an. Ich gehe durch einen Park und sehe eine Frau, die einen Baum umarmt. Ich sehe Energie fließen…. und überhaupt wieso fühle ich mich so gut und energiegeladen, wenn ich in der Natur bin? Wo kommt die her? Funktioniert das mit der Energie vielleicht doch so ähnlich wie bei Baterien?

Ist Energie vielleicht gleich Kraft? Und wenn ja, wie komme ich in diese Lebenskraft? Kann ich sie in Begegnung mit anderen Menschen halten? Oder passe ich mich meinem Gegenüber an, um der Spannung der unterschiedlichen Niveaus aus dem Weg zu gehen? Ist das Erwachsen werden? In seiner Lebenskraft sein, den Unterschied zum Gegenüber wahrnehmend und keine Angst vor der Spannung zu haben?

Veränderung

Ich packe Kisten aus, die ich vor zwei Jahren verstaut habe. Ich finde manches längst vergessene und manches was ich suche ist unauffindbar. Was steckt in der nächsten Kiste?

Gerade Kleidungskisten spiegeln meine Veränderung wieder. Finde ich dort doch Hosen und Pullis, die ich nicht vermisst habe. Dabei immer die Frage, werde ich das Teil nochmal tragen, oder freut jemand anderes mehr darüber? Immer wieder halte ich inne, probiere, staune…. das habe ich getragen? Darin habe ich mich wohl gefühlt?

Und beim nächsten Teil ist es wieder ganz anders. Ich staune, dass ich es nicht vermisst habe? Bin überrascht, wie gut es sich anfühlt und wie passend es ist.

Von manchem Teil kann ich mich jetzt leicht trennen, auch wenn ich es vor zwei Jahren mir nicht hätte träumen lassen.

Bei den Kisten passiert gerade geballt, was in den letzten Jahren innerlich ganz langsam gewachsen ist. Es fühlt sich gut an jedes Teil nochmal in die Hand zu nehmen und mich bewusst dafür oder dagegen zu entscheiden. Wachstum, dessen Zentimeter sichtbar werden….

Sommer

… Sommernächte … Glühwürmchen … laue Sommerluft bis spät in den Abend … endlose Helligkeit … freie Zeit … Kindheitserinnerungen an Tage im Freibad … Schmetterlinge, Hummeln, Margariten, ein Blumenmeer … Wolkenburgen vor blauem Himmel … die Haut riecht nach Sommer … ein zartes braun von Sonnenstrahlen hervorgekitzelt …

Entspannung

Atmen. Das Gute rein lassen. Mein Körper entspannt sich, lässt los

Ich richte mich in der Brustwirbelsäule auf, mein Kopf hebt sich, die Schultern öffnen sich, mein Körper lässt los. Müdigkeit und Entspannung sind da, bahnen sich Ihren Weg. Mein Kopf findet langsam seinen neuen Platz. „Sortiert“ sich. Am Ende stehe ich auf, alles fühlt sich noch etwas wacklig und ungewohnt an. Da ist Schwere in meinem Körper, gepaart mit Leichtigkeit.

Kraft

Wo ist sie? Meine Kraft? Wo sitzt sie? Ist sie in mir? Gibt es sie wirklich oder ist sie nur ein Produkt meines Geistes? Kann ich sie finden? Wenn ja, wie? Wo ist der Wegweiser zu ihr und wie fühlt sie sich an?

Ich habe am Wochenende einen Weg zu ihr gefunden. Sie gespürt. Sie als angenehm empfunden. Freudig, überraschend, ermutigend, erleichternd. Wo? Bei einem Wen-Do-Kurs. Selbstverteidigung.Spüren ich kann mich wehren. Ich darf mich wehren und ich werde mich wehren. Es braucht nicht viel. Etwas Überwindung am Anfang und das Gefühl ich bin es mir selber wert. Das schwierigste dabei? Es mir selbst glauben. Präsent zu sein und meinen Willen klar zu formulieren. Weg von Doppelbotschaften.

Ich spüre Lebendigkeit, Klarheit, ein Gefühl von Ankommen und in mir ruhen. Präsens. Ich bin da.